Der Mensch: zwischen Heiligem und Monster

 

von Helene Walterskirchen:

 

 

 

Wenn wir die Geschichte der Menschheit anschauen, so kennen wir eine ganze Reihe von Menschen, die man als Heilige bezeichnen kann, von Maria Ward über Felicitas von Rom, von Franz von Assisi über Franz von Sales. Heilige sind nach dem Verständnis der Katholischen Kirche Menschen, die durch einen vorbildhaft christlichen Lebensstil aufgefallen sind und als besonders glaubensstark gelten.

Wie aber muss man einen Menschen bezeichnen, der Kinder entführt und diese als Sexsklaven gefangen hält, ja, sie sogar bei Satansmessen opfert – ohne mit der Wimper zu zucken und ohne eine Spur von Gewissensbissen? Haben wir es bei einem solchen Menschen auch mit einem Heiligen zu tun? „Nein!“ würden viele an dieser Stelle entschieden abwehren. Ein solcher Mensch ist ein Monster!

Wir müssen uns bewusst sein und werden, dass wir in einer Welt der Heiligen und der Monster leben. Es gibt auch heute (noch) Heilige, solche, die einen vorbildhaft christlichen Lebensstil pflegen, ein reines Herz haben, ethische Werte wie Treue, Wahrheit, Mitgefühl usw. hochhalten und nach ihnen leben. Sie würden niemandem ein Leid antun, sie würden mutig für Recht und Ordnung in der Welt eintreten, und sie würden immer zu Gott (Christus, Allah, Jahwe, Buddha, Krishna etc.) stehen und in Demut beim Gebet zu ihrem Gott niederknien. Sie würden niemals sagen: „Ich brauche keinen Gott. Ich habe einen Verstand, ich habe eine Vernunft, ich habe die Technik, wozu brauche ich einen Gott. Den gibt es nicht und hat es nie gegeben. Und sollte es ihn doch einmal gegeben haben, so ist er jetzt schon lange tot. Jetzt bin ich, der Mensch, jetzt sind wir, die Menschen, an der Macht und die Welt wird von uns gestaltet und gelenkt. Und da es Gott und Seine Gesetze nicht gibt, tue ich, was mir gefällt. Und wenn es mir gefällt, Böses zu tun, dann tue ich es.“

Was für eine Blasphemie! Wie kann aus einem Menschen nur ein solcher Gotteslästerer, ein solches Monster werden? Dahinter steckt ein perfider Plan – ein Plan des Teufels. Er will sich nicht nur die Welt, sondern vor allem die Menschheit einverleiben. Einverleiben in seinen Teufelsleib, in seine „Hölle“, in sein Höllenzentrum. Das klingt gefährlich für die Menschen, die in dieser Welt leben, ist es aber eigentlich nicht. Es ist eine logische Folgeerscheinung.

Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele. Und das, was ihn wirklich ausmacht, ist nicht sein Körper, sondern seine Seele. Es gibt gute, reine und lichtvolle Seelen und es gibt böse und verschmutzte, ja sogar finstere Seelen. Welche Seele in einem Körper lebt, sieht man nicht auf den ersten Blick, denn der Körper des Menschen sieht aus wie jeder Körper. Um zu ahnen und zu lernen, welche Seele sich in welchem Körper befindet, muss man einen Menschen besser kennen lernen. Erst im Umgang und näheren Kennen erkennt man, ob jemand eine gute, reine und lichtvolle Seele hat oder eine böse, verschmutzte und finstere.

Wenn man heute in die Politik schaut, sieht man viele böse, verschmutzte und finstere Seelen, die die Staatsgeschäfte der Länder führen und leiten. Gleiches gilt für die Wirtschaft, die Finanzen, die Kirchen, ja praktische alle Bereiche des Lebens. Wenn eine Ministerin oder ein Minister beschließt, Kinder bereits im Kindergartenalter an die Sexualität heranzuführen oder einem Vergewaltiger mit Migrationshintergrund frei zu sprechen, wenn ein Papst nicht eingreift, der durch andere Bischöfe darauf hingewiesen wird, dass ein hoher kirchlicher Würdenträger in schlimme Missbrauchsvorfälle verwickelt ist, dann haben wir es nicht mit guten, reinen und lichtvollen Seelen, sondern genau mit dem Gegenteil zu tun.

Menschen, die in die Gruppe Monster gehören, gab es zu allen Zeiten. Jedoch waren sie früher mehr versteckt und kleideten sich in die weiße Weste. Heute hat scheinbar die Zahl der Monster zugenommen, vielleicht aber einfach deswegen, weil sie sich immer weniger verstecken können und ihre „schwarze Weste“ immer mehr zum Vorschein kommt. Es ist jetzt die Zeit, da das Böse und Finstere immer mehr an die Oberfläche kommt und sichtbarer wird. Es ist, als ob sich die Tore der Hölle öffnen und der ganze Höllenschlund mit seinem Gewürm und seinen Drachen sichtbar wird.

Jetzt müssen wir nur noch den Mut haben, hinzuschauen, so schwer es uns auch fallen mag und so sehr es uns auch ekeln mag. Wir werden höchstwahrscheinlich entsetzt sein, weil es einem guten, reinen und lichtvollen Menschen nicht begreiflich ist, wie böse, schmutzig und finster Menschen sein können. Der Teufel lebt nicht nur in der Hölle, sondern auch in den Seelen so mancher Menschen, vielleicht sogar vieler Menschen. Niemand kann es wirklich wissen, wie groß die Macht und Präsenz des Teufels in dieser Welt ist.

Jetzt müssen wir weiterhin den Mut haben, die Monster von ihrem Thron zu stürzen und den wahren Herrscher, Gott, wieder auf den Thron zu setzen.

Bei allem dürfen wir eines gewiss sein: Gott steht über dem Teufel, immer! Wenn der Teufel heute eine solche Macht und Präsenz hat, dann deswegen, weil Gott es zulässt. Wenn Menschen ihre Seelen dem Teufel verschrieben haben, sei es in diesem Leben (oder bereits in früheren, wenn man an die Wiedergeburt glaubt), dann ist ihnen nicht mehr zu helfen. Sie gehören dem Teufel. Das ist göttliches Gesetz. Er holt sie in seine Hölle und dort – so verschiedene Höllenbilder von Malern – braten sie und werden vom Teufel gefoltert. Das ist ihre Strafe dafür, was sie zu Lebzeiten an Bösem getan haben.

Es gibt nun Menschen, die in die Gruppe Monster gehören und über all das lachen. Sie genießen doch ihr Leben und ihr böses Tun. Wer sollte sie daran hindern? Gott? Ja, man kann sie nur höhnisch lachen hören. „Wo ist denn euer Gott, rufen sie den Heiligen zu. Ihr seid doch nichts als Narren!“

Doch die Heiligen wissen: „Es gibt Gott!“ Sie sind unbeirrbar in ihrem Gottglauben. Sie dienen Gott in Demut und führen ein reines, lichtvolles Leben. In ihrem Herzen strahlt die Sonne Gottes. Aus ihrem Geist strahlt die Weisheit und Kraft Gottes. Dass Gott nicht physisch sichtbar ist, kann sie nicht beirren. Denn sie haben Gott erlebt und erleben ihn täglich im Gebet, in der Meditation, in der unberührten Natur, in der Blume, in der Biene, im Blick zum Himmel.

Die Heiligen wissen, dass die Monster einen endlosen Kampf in ihrem Leben führen und schon zu Lebzeiten ständig gepeinigt werden – gepeinigt durch ihre Alkoholsucht, ihre Geldsucht, ihre Machtsucht, ihre Sexsucht, ihre Ruhmsucht, ihre Eifersucht, ihre unersättliche Gier auf allen Ebenen, ihren abgrundtiefen Hass auf alles, was gut und lichtvoll ist. Sie verbreiten Angst und Schrecken bei den Menschen, weil sie selbst die größten Ängste und ewigen Schrecken kennen, niemals endend, bis an ihr Lebensende. Sie sind die bedauernswertesten Wesen, auch wenn sie die größten Machtpositionen haben. Sie leben in der Illusion der Freiheit, denn damit hat der Teufel sie geködert. In Wirklichkeit jedoch hat der Teufel sie längst in Ketten gelegt und vor ihnen hängt die Karotte der Freiheit, die sie erreichen möchten und niemals erreichen werden.

Deshalb: Sei achtsam, wenn Dir jemand die Freiheit schmackhaft macht und Dich dazu verführen möchte, alles, was Dich vermeintlich begrenzt oder einengt, abzulegen. Mache es wie die Heiligen: Gehe in das Bewusstsein, dass Du in Gott die größte Freiheit hast, die es gibt. Die Freiheit, alle Lasten und Sorgen des Lebens bei IHM abzuladen und Hilfe und Rat von ihm zu erhalten. Und alle Heiligen könnten dir viele Geschichten erzählen, wie wundersam Gott geholfen hat.

 

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