Mein Friedens-Appell zum Thema „Klimawandel“

 

HELEN’S KULTUR-BLOG

 

 

Nicht das Klima, das auf der Erde herrscht, steht im Mittelpunkt, sondern das Klima, das in der Gesellschaft herrscht. Was nutzt es uns, wenn wir über das gefährdete Erdklima streiten, aufeinander einhacken, einander Vorwürfe machen, deswegen gegeneinander kämpfen oder sogar Krieg führen, wenn wir nicht fähig sind, einen friedensorientierten Lebensstil zu pflegen. Konflikte gehören mit zum Leben, es kommt jedoch darauf an, wie wir damit umgehen und sie lösen, ob wir streitorientiert sind oder ob wir friedensorientiert sind.

Als Friedenskultur-Mentorin und Initiatorin der Friedensprojekte „FRIEDENS-BANDEROLE“ und „SCHÜLER MALEN FÜR DEN FRIEDEN“, plädiere ich dafür, Konflikte friedensorientiert zu lösen. Im Streit verbrauchen wir viel Energie, kommt es leicht zu unschönem, ja oft bösartigem Verhalten – das gesellschaftliche Klima wird vergiftet, die Fronten stehen sich verhärtet gegenüber, bereit für ihr Ideal den anderen niederzuzwingen oder sogar einander in einem Bürgerkrieg zu bekämpfen.

Was heute gefährdet ist, ist nicht nur das Klima dieser Welt, sondern vor allen Dingen das gesellschaftliche Klima, mit dem wir alle konfrontiert sind und in dem wir alle leben müssen. Wohin wir schauen, ob in Politik, Religionen, Wirtschaft, Schulen oder sonstigen Institutionen, überall ist das Klima durch Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten, Gemeinheiten – oft unter der Gürtellinie – vergiftet.

Erkennen wir die Gefahr, in der wir leben: es ist nicht das Klima auf der Erde, sondern es ist das Klima, das in unserer Gesellschaft herrscht, die Fronten, die sich aufbauen, die Schuldzuweisungen, die oft unrechtmäßig verteilt werden und der eigene Freispruch, den man sich erteilt, weil man selbst ja niemals Schuld ist. Fragen wir nicht so sehr nach Schuld, sondern kümmern wir uns mehr um Maßnahmen, diese Welt samt ihrem Klima und ihrem gesellschaftlichen Klima zu verändern und erkennen wir: Erst müssen wir selbst uns ändern, müssen wir selbst unsere Schuld bzw. Mitschuld anerkennen – ganz gleich ob wir 16 oder 60 sind – und einen Schritt in Richtung Frieden machen, Frieden mit dieser Welt, Frieden mit der Menschheit, Frieden mit uns selbst.

Unser Friedensweg beginnt damit, dass wir aufhören, das zu tun, was wir bisher getan haben und wie wir uns bisher verhalten haben und uns das einmal genau anschauen, um zu erkennen, wes Geistes Kind dahinter steckt. Wer beispielsweise zum eigenen Nutzen lügt, muss erkennen, dass er ein Lügner ist; wer andere verleumdet, muss erkennen, dass er damit anderen Schaden zufügt; wer andere schlägt, muss erkennen, dass er damit andere schwer verletzt. Anerkennen wir unsere Schuld und bereuen wir, beenden wir unseren unguten Weg und beschließen wir, es zukünftig anders zu machen und damit unser eigenes Lebensklima und das gesellschaftliche Klima zu verbessern. Jeder kann das! Es ist nicht einfach, aber möglich. Wer hat gesagt, dass Frieden leicht ist und ganz easy geht? Nein, Frieden braucht Mut, Bereitschaft und Kraft. Deshalb: meinen Hut ab vor all jenen, die ihren ganz persönlichen Klimawandel herbeiführen und damit zum Klimawandel im Großen beitragen.

Denn auf diese Weise, d.h. wenn wir unseren eigenen und innergesellschaftlichen Klimawandel vollzogen haben, werden wir erkennen, dass es auch einen äußeren Klimawandel braucht, weil es so, wie wir jetzt leben und wirtschaften  nicht mehr weitergeht.

Wir brauchen beispielsweise eine andere Landwirtschaft, die die Böden nicht mehr zerstört, wir müssen weg von der Luft- und Umweltverschmutzung durch Flugzeuge und Industrie, wir müssen die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung der Erde einstellen und noch viele andere Dinge. Wenn wir unseren eigenen und innergesellschaftlichen Klimawandelt vollzogen haben, wird der äußere wie von selbst kommen und muss nicht, wie jetzt, wo es nur um den äußeren Klimawandel geht, mit Kampf, Druck und zahlreichen Zwängen durchgesetzt werden, denn dann wird die Vernunft die Menschen leiten und nicht der Druck einer staatlichen Willkür.

Fazit: Klimawandel ist notwendig und gut, doch vor dem Klimawandel im Außen muss der Klimawandel im Innen, in unserer Gesellschaft, in uns selbst erfolgen! Nur dann kann es zu einem wirklichen, d.h. freiwilligen und vernunftbetonten Klimawandel im Außen kommen.

 

 

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