Was Kultur ist und welchen Einfluss sie auf uns hat

HELEN’S KULTUR-BLOG

 

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Wir leben in einer Welt, in der der Begriff „Kultur“ reduziert wurde auf eine kultivierte Lebensweise zu der es gehört, musikalisch und literarisch gebildet zu sein, Kunstausstellungen und Museen sowie Konzerte oder Opern zu besuchen, Kulturreisen zu unternehmen, um fremde Länder, deren Kulturdenkmäler oder Kulturstätten, z.B. Tempel, Burgen, Kirchen etc. kennen zu lernen. Ein Mensch, der sich so gesehen, kulturell bildet und verfeinert, wird als „kultiviert“ bezeichnet. Demgegenüber stehen die Menschen, die sich weder kulturell bilden noch verfeinern und die man deswegen als unkultiviert bezeichnet.

Was uns als „Kultur“ vermittelt und präsentiert wird, ist nur ein Splitter eines großen Spiegels, des sogenannten „Kulturspiegels“. Auf die Frage, warum das so ist, möchte ich im Verlauf dieses Artikels eingehen. Tatsache ist jedenfalls, dass uns das wahre und umfassende Wesen der Kultur vorenthalten wird und das hat seine Gründe.

So viel vorab: Kultur umfasst unser gesamtes menschliches Sein und ist daher das Raster, das unser menschliches und gesellschaftliches Dasein zusammenhält und steuert. Ohne Kultur wären wir wie Ameisen, deren Bau durch Zerstörung nicht mehr besteht und die orientierungslos herumirren.

Kann man in einer Gesellschaft, in der uns der Begriff „Kultur“ derart reduziert vermittelt wird, dennoch das wahre Wesen bzw. die umfassende Bedeutung der Kultur erforschen und kennen lernen? Über viele Jahre habe ich mich in meiner Funktion als Kultur-Mentorin mit dem Wesen der Kultur befasst und werde Ihnen in meinem 2019 gegründeten Kultur-Blog eine Art „Kultur-Studien-Plattform“ bieten, in der ich Ihnen mein gesammeltes Kulturwissen nach und nach vermittle.

Wer glaubt, Kultur an Universitäten studieren zu können, wird sich getäuscht sehen. Im Studienfach „Kulturgeschichte“ beispielsweise lernt der Student/die Studentin die Geschichte des geistig-kulturellen Lebens, der Zivilisation und deren Erforschung und Darstellung. Im Studium „Kulturmanagement“ lernt der Student/die Studentin die Planung, Organisation, Führung und das Controlling von Kulturbetrieben und Kulturprojekten. Das hat mit dem wirklichen Wesen der Kultur nichts oder nur sehr begrenzt zu tun.

Wer in Lexika oder Datenbanken nach Definitionen für den Begriff „Kultur“ sucht, erhält Erklärungen wie: Kultur ist das, was der Mensch in Bereichen wie bildende Kunst, Musik, Literatur, Architektur, Sprachen, Recht, Wirtschaft, Wissenschaften usw., gestaltend hervorbringt. Im Angesicht des umfassenden Wesens der Kultur ist dies ein Splitter des großen „Kulturspiegels“. Und da anscheinend niemand wirklich weiß, was Kultur ist – oder die, die es wissen, es nicht kundtun wollen -, werden fadenscheinige, verschachtelte und abstrakte Definitionen von Kultur in die Welt gesetzt wie „Zeitgeist einer Epoche, philosophisch-anthropologische Anschauung oder deskriptive Verwendung“. So kommt es nicht selten vor, dass der Informationssuchende am Ende seiner Suche völlig verwirrt ist und an seinem Verstand zweifelt, weil er „Kultur“ nicht versteht.

Um Kultur wirklich zu verstehen, braucht es ein anderes Herangehen und einen, über das bekannte Kulturverständnis hinausgehenden Horizont. Dazu ist es von Vorteil, sich imaginär auf einen Berggipfel zu begeben, von dem aus man auf die Welt herunterschaut.

Was wir von oben sehen ist eine Art Gitterstruktur oder Gitternetz, die/das sich über die ganze Welt zieht. Diese Struktur ist nicht physisch, sondern ähnelt einem Stromnetz oder Funknetz, die wir auch nicht mit unseren physischen Augen sehen können. Dabei handelt es sich um die globale „Kulturgitterstruktur“ oder um das globale „Kulturgitternetz“, in das alle Menschen dieser Welt eingebunden sind, wobei es durchaus unterschiedliche Färbungen in dieser Struktur bzw. diesem Netz gibt. Was wir also sehen, ist das globale „Kultur-Net“.

Aus diesem dürfen wir erkennen: Kultur ist die Summe aller Kulturbereiche, die es in unserer Gesellschaft gibt. Dazu gehören beispielsweise die Familienkultur, die Frauenkultur, die Erziehungskultur, die Arbeitskultur, die Jugendkultur, die Bildungskultur, die Gesundheitskultur, die Musikkultur, die Literaturkultur, die Kunstkultur, die Wohlfahrtskultur, die Internetkultur, die Fernsehkultur, die Geldkultur, die Machtkultur, die Politikkultur, die Glaubenskultur, die jüdische Kultur, die christliche Kultur, die islamische Kultur (um nur einige Religionskulturen zu benennen), die deutsche Kultur, die englische Kultur, die französische Kultur, die arabische Kultur, die amerikanische Kultur (um nur einige Länder/Kontinente dieser Welt zu benennen) die Reisekultur, die Kommunikationskultur, die Streitkultur, die Friedenskultur usw.

Sie alle zusammen bilden das Kultur-Net, das wir von oben, vom Berggipfel aus, sehen können. Alle Menschen, die auf dem Planeten Erde leben, befinden sich in diesem Kultur-Net (siehe Foto am Anfang dieses Beitrages).

Jeder Kulturbereich ist ein Teil der globalen Kultur-Net. Was ist nun das Wesen und die Aufgabe dieses Kultur-Net?

Es hilft uns dabei bzw. es leitet uns dabei an, dass wir uns in dem jeweiligen Kulturbereich zurechtfinden und uns an dem orientieren können, was wir benötigen, um angemessen handeln und reagieren zu können. Dies geschieht in Form von Daten-Impulsen, die wir permanent erhalten. Das Kultur-Net gibt uns vor, was erlaubt ist und was nicht, was möglich ist und was nicht, was wir tun können, tun müssen, tun dürfen, welcher Aktionsradius möglich ist usw. Lassen Sie es mich anhand eines Beispiels aufzeigen.

Nehmen wir die Kommunikationskultur: Im Kultur-Net befinden sich Grundlagen, die den Menschen vorgeben, wie sie sich in einer Kommunikation verhalten sollen, um ethisch korrekt zu handeln. Das Paket an Regeln und Verhaltensweisen beinhaltet unter anderem folgendes: Angemessen zu sprechen, weder zu leise noch zu laut; Worte zu wählen, die den anderen nicht provozieren, attackieren oder verletzen; keine Monologe zu führen, sondern Dialoge; den anderen ausreden lassen, anstatt ihm ins Wort zu fallen; Geduld zu üben und nicht ungeduldig mit den Fingern zu schnippen, während der andere redet usw. Diese Regeln und Verhaltensweisen sind die Grundlagen einer positiven Kommunikationskultur, welche die Kommunikation zwischen Menschen zu einer positiven Sache macht. Wer die Impulse des Kommunikationskultur-Net aufnimmt und umsetzt, wird das erleben, was man eine angenehme, fruchtbare, freundliche und konstruktive Kommunikation nennt.

Wie aber, werden Sie sich vermutlich jetzt fragen, ist es möglich – angesichts des Vorhandenseins einer so positiven Kommunikationskultur -, dass wir heute oft genau das Gegenteil haben, nämlich Kommunikationen, die nicht angenehm verlaufen, in denen es zu Missverständnissen oder gar verbalen Attacken kommt? Eine Kommunikationskultur, in der viel wertvolles Porzellan zerbrochen wird, in Form von guten Beziehungen, Freundschaften, Ehen usw.?

Dies liegt daran, dass wir entweder „umgeleitet“ werden oder dass in das bestehende Kultur-Net der Kommunikationskultur laufend destruktive Elemente eingeschleust werden, z.B. durch Funkwellen von Fremdsendern, die uns negative Impulse schicken wie beispielsweise: „Lass dir nichts gefallen! Zeig ihm/ihr, wer hier der Stärkere ist!“ usw. Wenn wir also in einem Gespräch mit jemandem sind und diese Impulse erhalten, werden wir nicht mehr ruhig, geduldig, verständnisvoll und freundlich mit dem anderen umgehen, sondern wir werden ihn/sie mit scharfen Worten attackieren, herunterputzen, ihm/ihr nicht zuhören, sie/ihn nicht zu Wort kommen lassen usw.

Wir haben es heute in fast allen Kultur-Bereichen mit einer solchen Fremdbeeinflussung zu tun. Diese ist dafür ursächlich, dass die vom globalen Kultursender ausgesendeten Strahlen, die das Kultur-Net mit Daten und Energie versorgen, permanent gestört und verschmutzt werden. Die Folge davon ist, dass die meisten Menschen nur noch ein Rauschen hören und die notwendigen Kultur-Impulse nicht mehr oder nur sehr begrenzt bei ihnen ankommen. Statt dessen empfangen sie andere Strahlen und Impulse, die allesamt eines begünstigen: Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Egoismus und das, was man im Christentum „Todsünden“ und im Buddhismus „Wurzeln des Übels“ nennt, also die ganze Bandbreite von Gier, Neid, Hass usw.

So ist die heutige Kommunikationskultur des Kultur-Net sehr stark von negativen und destruktiven Faktoren durchzogen, mit der Folge, dass häufig Missverständnisse, Konflikte und Streitigkeiten entstehen und Kommunikationen dazu benutzt werden, andere zu manipulieren, zu attackieren, herunterzuputzen, um sich selbst zu erhöhen und seine Macht zu demonstrieren. Sehr oft wird das in das Kleid einer klugen und geschickten Kommunikation (natürlich zum eigenen Vorteil) gekleidet und wie man dabei vorgeht, lernt man häufig in sogenannten Kommunikationsseminaren. Dies hat nichts oder nur sehr bedingt mit der eigentlichen Kommunikationskultur zu tun wie sie vom Kultur-Net ausgestrahlt wird, denn Kommunikation ist eine Sache des Herzens und nicht des Verstandes. Kommunikation ist heute vielfach nicht mehr eine ehrliche, aufrichtige und für beide Parteien  fruchtbare Sache, sondern eine schmeichelnde, heuchelnde, aufgesetzte, scheinbar freundliche, in Wirklichkeit aber nur gekünstelte, egoistische Sache. Dies findet man sehr oft in Firmen, wo Mitarbeiter darin gedrillt werden, freundlich mit Kunden und Geschäftspartnern zu kommunizieren, was aber nur eine Farce ist, das es sich um eine gespielte Freundlichkeit handelt.

Die ursprüngliche Kommunikationskultur, die auf Ehrlichkeit basiert, ist heute zu einer Lügenkultur verkommen, in der ohne mit der Wimper zu zucken, gelogen und betrogen wird. Worte werden gezielt wie Waffen verwendet, um andere zu verletzen oder zu erniedrigen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Das macht Kommunikation heute oft zu einer schwierigen Sache, die nicht mehr leicht und aufrichtig von statten geht, weil man ständig überlegen muss, was man sagen kann und was nicht, was vorteilhaft ist und was nicht usw. Es gibt wohl kaum einen Bereich, der mehr Ärger und Probleme verursacht als der Kommunikationsbereich. Gespräche werden zu Schlachten, zu Profilierungsinszenierungen und zu Stolperfallen, deren Schlinge, wenn sie zugezogen wird, so manchem den Kragen kostet. Kommunikation ist oft nicht mehr das, was es sein sollte: Freude, Unbeschwertheit, ehrliches, aufrichtiges Miteinander, Anstand in Worten, Gedanken und Taten. Vielmehr empfinden wir Kommunikation heute eher als belastend, als anstrengend, als etwas Unangenehmes, das sich negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirkt.

Wie konnte es dazu kommen, dass eine so positive Kultur wie die Kommunikationskultur derart verkommen konnte und wer oder was steckt dahin?

Eine destruktive und ungesunde Kommunikationskultur, die die Menschen belastet und sie krank macht an Körper, Seele und Geist, fördert gute Einnahmen für viele Berufssparten, z.B. Ärzte, Psychologen, Anwälte, aber auch für Behörden, Banken usw. In einer destruktiven und ungesunden Kommunikationskultur neigen Menschen viel mehr dazu, Alkohol zu trinken, Medikamente zu nehmen, Frustkäufe zu tätigen, ins Bordell zu gehen usw. Das steigert die Umsätze und Gewinne von Sparten wie der Pharmaindustrie, der Alkoholindustrie, der Vergnügungsindustrie usw.

Warum also sollte die Staats- und Wirtschaftsführung einer Gesellschaft Interesse daran haben, dass die Menschen eine gute und positive Kommunikationskultur haben? Davon würden sie, die Führung, doch nicht profitieren! Sie kennen sicherlich das Sprichwort: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!“ Und der Dritte ist der Staat, die Wirtschaft, die Industrie, die Banken usw. Sie sind es, die das positive Kommunikationskultur-Net stören und verschmutzen. Wodurch? Durch permanente Werbung – im Fernsehen, im Radio, im Internet, an Plakatwänden usw. Wohin wir gehen und wo wir stehen oder sitzen, überall sind wir von Werbung umgeben. Wir befinden uns damit einer Dauersuggestion ausgesetzt, einer Fremdbeeinflussung, einer Manipulation, denn es handelt sich nicht nur um harmlose Bilder oder Szenen, sondern um genau ausgetüftelte, psychologisch höchst wirksame Botschaften, die in der Werbung verpackt sind, stimuliert durch entsprechende Töne, Stimmen oder Musik, die tief im Inneren auf uns wirken. Aber auch Spielfilme suggerieren uns, wie man miteinander kommunizieren soll und beeinflussen unbewusst unser Unterbewusstsein.

Ich möchte Ihnen hier die Frage stellen: „Wie würden Sie gerne mit anderen kommunizieren?“ Und weiter: „Was finden Sie an der Kommunikation, so wie Sie sie praktizieren, nicht gut?“

Es gibt, so glaube ich, fast niemand, der nicht gerne anders kommunizieren würde: freundlicher, ehrlicher, unbelasteter, freier, offen, mit ausreichend Zeit, dem anderen zuzuhören, auf ihn einzugehen, geduldig zu sein, schlichtweg miteinander eine schöne Kommunikation zu haben, aus der man erfüllt und positiv gestimmt herausgeht. Alles andere ist auf Dauer anstrengend, frustrierend und unerfreulich.

Wenden wir uns deshalb – auch wenn es nicht dem Mainstream entspricht – einer positiven Kommunikationskultur zu. Indem wir uns aus einer negativen Kommunikationskultur lösen, lösen wir uns auch aus einer destruktiven Maschinerie, die darauf abzielt, uns ihren Willen aufzuzwängen, die niederen Instinkte in uns anzufachen, uns finanziell und energetisch auszubeuten und unsere körperlich-seelisch-geistige Gesundheit zu schädigen.

Geben wir uns nicht mit einer reduzierten „Kultur“ zufrieden, wie sie uns in unserer heutigen Gesellschaft präsentiert und vermittelt wird in Form Opernfestspielen, Theateraufführungen, Kunstausstellungen oder Kulturreisen, sondern machen wir uns daran, das wahre Wesen der Kultur zu ergründen und zu verstehen.

Mit meinem Kultur-Blog werde ich Sie nach und nach durch die vielfältige „Landschaft der Kultur“ führen und ihnen bewusst machen, worauf es ankommt, dass Sie ein ganzheitlicher Kulturmensch werden und Kultur positiv leben können.

© Copyright dieses Artikels und der Fotos liegt bei Helene Walterskirchen (www.helene-walterskirchen.de)